Einstieg in die 505er Klasse

OstseeCup am 24./25.08.19

Es war Zeit für den Wechsel von den sehr gutmütigen Piraten in den athletischen, lebhaften und anspruchsvolleren 505er. So machten wir (Thorsten und Julia) uns am vergangenen Wochenende auf den Weg zu unserer ersten gemeinsamen 505er-Regatta. Dazu hatten wir uns eine coole Location gesucht mit einer kleinen, unkomplizierten Ranglistenregatta und maximalem Spaßfaktor. Also ging es nach Niendorf an der Ostsee. Dort angekommen wurden wir von einem wunderschönen Sonnenuntergang begrüßt.

Nach einem entspannten Abendessen und einem ersten Kennenlernen einiger Mitstreiter, bauten wir zwischen den Booten auf dem Vereinsgelände direkt am Strand hinter der Düne unser Zelt auf. 

Nach einer erholsamen Nacht mit Wellenrauschen und Weckdienst von den Möwen machten wir noch vor dem Frühstück bei herrlichem Sonnenschein das Boot segelfertig. Da sich die SGJ – die Seglergemeinschaft der Jollenstation Niendorf e.V. – direkt am Strand befindet, konnten wir schonmal einen ersten Blick über die Düne auf die Regattabahn und die zu erwartenden Wind- und Wellenverhältnisse riskieren. 

Das Slippen erfolgte über den Strand. Der Tiefgang von 1,50m erschwerte allerdings das Auslaufen für die meisten, da eine Sandbank den direkten Weg zum Regattafeld versperrte. So mussten fast alle Teams ohne Ruder zum naheliegenden Fahrwasser segeln und dort das Schwert herunterlassen und das Ruder einsetzen. Hier hatten wir es etwas entspannter, da wir neben unserem starren, tiefgehenden Ruder über ein Klappruder verfügen, welches bereits an Land einige neidische Blicke auf sich zog.

Die „Sliprampe“

Insgesamt waren 20 505er an der Startlinie. Da es unsere erste gemeinsame 505er-Regatta  war, starteten wir am Samstag zunächst defensiv, fanden uns auf der Startkreuz aber mitten im Feld wieder. Der Wind – anfangs noch 10-12 Knoten – nahm von einer Wettfahrt zur nächsten zu und die Wellen bauten sich weiter auf. Die Windrichtung Nord-Ost sorgte für Seegang bis zu einem halben Meter. Später lag der Grundwind sehr konstant bei etwa 16 Knoten – champagne sailing.

Im zweiten Durchgang kenterten wir unter Spi und verloren einige Plätze im Feld.  Doch selbst dieser Rückschlag konnte nicht das Hochgefühl verdrängen, dass man verspürt, wenn das Boot auf den Wellen surft. Die drei Wettfahrten waren eine harte Probe für Kraft und Kondition und doch sorgte das Adrenalin beim Spigang dafür, bis zum Ende der Wettfahrt die Erschöpfung zu verdrängen.

An Land wurden wir von einem Kuchenbuffet begrüßt, welches mit viel Hingabe und Liebe von den Vereinsmitgliedern aufgestellt wurde. Beim Blick auf die Ergebnisse am Abend wurde klar, dass es am Sonntag nicht nur an der Spitze sondern auch für uns spannend werden würde. Wir hatten 5 Punkte Abstand nach vorne und 6 Punkte zum folgenden Team. Zumal noch wie üblich das schlechteste Rennen als Streichergebnis zu berücksichtigen war, war noch alles offen. Beim Grillen abends wurde gefachsimpelt, welcher Trimm und welche Taktik  die beste war und welche die bevorteilte Seite war. Es wurde diskutiert und auch die führenden Teams gaben hilfreiche Tipps. Ich fühlte mich direkt wohl in der Klasse und durfte einen Blick in die unterschiedlichen Boote und deren Ausbau werfen.

Sonntag früh gegen 6 Uhr wurden wir von einem Trompeten und Klavier-Konzert am Strand geweckt. 

Dazu wurde mitten in der Nacht extra für diese Veranstaltung ein Flügel geliefert. Kaum zu glauben, dass sich ca. 150 Leute in aller Früh versammelt hatten. 

Um 11 begann für uns die erste Wettfahrt. Mit etwas mehr Selbstbewusstsein gesellten wir uns in den Pulk an der Startlinie und durch einige Wiederholungen aufgrund von Frühstarts konnten wir den Start immer weiter verfeinern. Es waren etwa 12 Knoten Wind und deutlich weniger Seegang als am Tag zuvor. Somit konnten wir ein besonderes Augenmerk auf die Umsetzung der Manöver legen und die Abläufe verbessern. Das Training während der Plau-Freizeit hatte sich ausgezahlt und das Setzen und Bergen des Spinnakers war eingespielt und entsprechend schnell. So machten wir auf den Downwind-Kursen noch ein paar Plätze gut. Nach und nach fand ich mich im Boot zurecht und konnte die Leinen intuitiv bedienen. Wer jetzt denkt, dass wäre nichts Besonderes, hat noch nie in einen Regatta-505er geschaut.

Bei der Siegerehrung stellte sich heraus, dass wir zusammen mit den beiden erfahreneren Teams punktgleich waren, die am Abend davor nur einen kleinen Abstand zu uns hatten. 
Glücklich und K.O. traten wir die Heimreise an.

Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten 505er-Regatten, die diese Saison noch anstehen und werde mich sicher noch lange an diese wunderbare Premiere erinnern. 

Ein riesen Dankeschön an die stets gutgelaunten SGJ´ler, die sich beim Backen, Grillen und Frühstücks-Rührei (!) einmal mehr selbst übertroffen haben! Wer noch nie da war, muss mal hin. Wir werden nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein!

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Regatta.

Thorsten und Julia

GER-9000

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