IDM Pirat 2017

Vom 1. bis 5. August 2017 stand mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Piraten auf dem Ratzeburger See ein besonderes Ereignis auf dem Programm. Von der TU Braunschweig starteten gleich zwei Teams: Malte Jauer (SGE)/Maren Nolte (WSVAwb) auf dem Boot „Heinrich“ und Malte Fiedler (SVBS)/Christian Janßen (SVBS) auf Luise; das erste Mal seit 2010, dass wieder Segler der TU Braunschweig an der Deutschen Meisterschaft teilnahmen. Gastgeber der Meisterschaft waren der Lübecker Segler-Verein und der Segler-Club Hansa, 32 Starter waren gemeldet, 8 Wettfahrten angekündigt. Direkt vom Plauer See kommend wurden bereits am Sonntag Boote und Zelte auf dem Vereinsgelände aufgebaut. Der Montag wurde zunächst für die eine oder andere Vorbereitung genutzt. Während die einen sich noch mit den letzten Spleißarbeiten beschäftigten, dösten andere in der Sonne oder fuhren zum Segelausrüster nach Lübeck. Für den Dienstag war ein Practice Race angekündigt, das jedoch aufgrund von Flaute ausfallen musste. So blieb den Seglern auch an diesem Tag nichts anderes übrig, als zu warten bis abends mit der Willkommensparty der offizielle Teil der Meisterschaft eingeläutet wurde.

Der erste Wettfahrttag (2.8.) begann bereits um 11:00 Uhr. Vorher also ein gutes Frühstück, letzte Handgriffe am Boot und schnell auf den See. Die Bedingungen waren gut, das Wetter spielte mit, ein Up-Down-Kurs wurde ausgelegt. Womit jedoch nicht einmal die Wettfahrtleitung gerechnet hatte, waren die kurzfristigen aber starken Winddreher. Das sollte gleich am ersten Tag für spannende Ergebnisse sorgen. Die erste Wettfahrt verlief noch relativ unspektakulär. Beide Braunschweiger Teams brauchten ein wenig, um mit dem See ein wenig warm zu werden. Die Plätze 27 (Jauer/Nolte) und 31 (Fiedler/Janßen) ließen auf die folgenden Wettfahrten hoffen. Und gleich die zweite Wettfahrt der Meisterschaft hatte es in sich. Schon früh auf der Startkreuz kippte unvorhergesehen der Wind und sorgte für eine deutliche Bevorteilung der linken Seite. Ärgerlich für den Pulk, der sich für die rechte Seite entschieden hatte, gut für die Boote, die über links fuhren. Eines dieser glücklichen Piraten war auch Luise, die bereits dicht am Pinend gestartet war und so als 7. Boot um die Luvtonne ging. Auch im weiteren Verlauf lief es gut, mit Platz 10 ging es auf die 3. Kreuz, wo dann der Fehler passierte: Trotz Ankündigung der Verlegung der Luvbahnmarke (deutliche Korrektur nach links!) segelte Luise mit 3-4 weiteren Booten weiterhin in Richtung der ursprünglichen Position der Luvtonne. Als der Fehler bemerkt wurde, waren schon viele Plätze verschenkt – am Ende blieb ein 22. Platz. Für Heinrich war diese mit dem Platz leider die schlechteste Wettfahrt, mit einem solchen Dreher hatte das Team auf der rechten Seite nicht gerechnet. Die letzte Wettfahrt des ersten Tages verlief für das Team auf Luise eher ernüchternd (Platz 32), Heinrich hingegen legte noch einmal deutlich zu und ging als 24. durchs Ziel.

Wettfahrttag 2 brachte keine erwähnenswerten Vorkommnisse oder Topleistungen der Braunschweiger Teams: Jauer/Nolte auf Heinrich segelten einen 28. und einen 27. Platz, Fiedler/Janßen auf Luise belegten Platz 32 und 28.

Der 3. Tag der IDM war geprägt von starken Böen, zahlreichen Kenterungen, Schäden und leider auch einer Verletzung. Eine gute 5 mit Böen bis 7 Bft und Welle erschwerten schon die Ausfahrt aus dem geschützten Hafen. Während 2 Boote gar nicht erst ablegten, wagten sich die Crews der TU Braunschweig aufs Wasser. Der erste Start wurde gleich mit einem Sammelrückruf abgebrochen, gleichzeitig kam es zur ersten Kenterung auf der Starlinie. Die erste Mastspitze steckte im Schlamm, ein Loch im Rumpf durch ein zur Hilfe eilendes Begleitboot folgte. Luise und Heinrich waren aber noch im Rennen. Der zweite Start wurde angeschossen und es ging los. Beide Crews hatten sich für einen neuen Starkwindtrimm entschieden, der sich nun auszahlte. Luise startete gut und lief mit gewähltem Trimm und Crewgewicht gute Höhe. Im vorderen Feld ging es durch die Wellen in Richtung Luvtonne. Gerade war die Hälfte der Startkreuz geschafft, da passierte es: Mit einem Knall verabschiedete sich in einer Böe das Ende des Unterliekstreckers. Die Crew sah sich gezwungen, abzufallen und den Schaden zu beheben. Nachdem man den schnell angerückten Motorbooten verischert hatte, dass ein Aufgeben nicht infrage kommt, wurde das Groß geborgen und mit einem Ersatzschäkel das Unterliek repariert. Eine gefühlte Ewigkeit später konnte das Groß wieder gesetzt und die Wettfahrt fortgesetzt werden. Zwar war Luise nun mit deutlichem Abstand das letzte Boot auf dem Kurs, doch trieben voraus schon die ersten 3 gekenterten Boote im Wasser. Nun hieß es also: Hauptsache heil und im Zeitlimit über die Ziellinie; das sollte für gute Punkte schon reichen. Und tatsächlich: Durch das Ausscheiden weiterer Teilnehmer reichte es am Ende für den 22. Platz. Bei Heinrich lief es für die leichte Crew an diesem Tag trotz des Windes und einigen Malheuren einigermaßen gut: Zwar musste die Mastspitze nach der Startkreuz an der Luvtonne ein kleines Rendezvous mit der Wasseroberfläche abhalten, als das Spi-Setz-Manöver sprichwörtlich etwas „aus dem Ruder lief“, aber zum Glück waren Steuermann und Vorschoterin schnell auf dem Schwert und konnten das schwere Schiff somit trotz gesetztem Spinnakers schnell wieder aufrichten. Auf dem zweiten Spigang wollte dann der Spibaum nicht mehr so recht mitmachen und eine Niete riss unter dem großen Winddruck raus. Doch auch ohne Spibaum hielten die beiden bis zur Ziellinie durch und erreichte somit sogar einen 17. Platz.

Nach dieser ersten, ereignisreichen Wettfahrt des Tages, hieß es dann bereits „Heute keine Wettfahrten mehr“ – beim Stegbier wurden stattdessen spannende Geschichten des Tages ausgetauscht.

Während der letzte Wettfahrttag für die Crew auf Luise außer einem verschenkten Platz im Mittelfeld aufgrund einer Tonnenberührung in der zweiten Wettfahrt keine neuen Ereignisse brachte, arbeitete Heinrich sich bei anfangs schwachem Wind gut nach vorn: Platz 12 in der ersten Wettfahrt! Damit hatte sich Heinrich den 28. Platz in der Gesamtwertung gesichert, während Luise noch durch die allerletzte Wettfahrt der Meisterschaft auf den 32. Platz zurückfiel.

Deutscher Meister wurde GER4433 Höft/Rieck, gefolgt von GER4464 Pingel-Heldt/Heldt und GER4480 Thoroe/Brett.

Auch wenn die Ergebnisse der beiden Braunschweiger Teams trotz des sehr starken Feldes und des hohen Material-Niveaus auf der Meisterschaft noch ausbaufähig sind, eines bleibt festzuhalten: Es war eine sehr lehrreiche und vor allem großartige Woche! Eine tolle Organisation der ausrichtenden Vereine. Wir freuen uns schon jetzt auf die Meisterschaft im kommenden Jahr am Steinhuder Meer!

Segelnummer: 4047 (Pirat)
Crew: Malte Jauer/Maren Nolte
Segelnummer: 4334 (Pirat)
Crew: Malte Fiedler/Christian Janßen

Ergebnisse

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