Europameisterschaft der 505er

Für das 505er-Team Thorsten Pösch & Malte Fiedler ging es vom 6.-9. Juli zu einer besonderen Regatta an die Ostsee: Im Rahmen der Warnemünder Woche fand die Internationale Europameisterschaft der 505er, auch „Fiven“ genannt, statt. Mit leider viel zu wenig Training reisten wir bereits am Mittwoch an. Auf dem Programm für diesen Tag standen vor allem die für Meisterschaften vorgesehene Vermessung des Bootes und der Segel. Nach Wiegen des Bootes und Inspizieren der Bootsteile durch die Vermessungsjury ging es dann an das finale Tuning.

Großer Andrang beim Slippen der 505er (Foto: Yannic-Tim Noack)

Der erste Wettfahrtstag begann entspannt erst am späten Mittag. Nach einer kurzen Begrüßung und Steuermannsbesprechung ging es für alle 92 Teams dann aufs Wasser. Für die Teilnehmer aus Deutschland, Schweden, Polen, Frankreich, der Schweiz, Dänemark, Großbritannien, Finnland und sogar USA und Australien hatte man die Bahn Charlie vorgesehen. Den etwa 30-minütigen Transfer nutzen wir gleich schon einmal zum Warmwerden und Eintrimmen des Bootes. Die Bedingungen waren gut: Etwa 4 Bft aus Nord und bis 1m Welle versprachen großen Spaß für die 184 „Fiven“-Segler. So wurde der erste von zwei für den Tag angesetzten Läufen zügig mit dem in der Klasse üblichen Gate-Start gestartet.  Gesegelt wurde ein Up-Down-Kurs mit zwei Kreuzen und einem Halbwind-Zielgang. Wir entschieden uns nach dem Start zunächst für die linke Seite und lagen damit nicht verkehrt. Umso größer war dann allerdings die Herausforderung, uns wieder auf die rechte Seite im Feld einzuordnen. Unterschätzte Strömung und die fehlende Lücke zum Durchbruch kosteten uns einige Plätze, die wir nur bedingt im Spigang wieder aufholen konnten. So holten wir im ersten Lauf schließlich einen 68. Platz. Zum zweiten Lauf hieß es ersteinmal umtrimmen. Der Wind hatte deutlich abgenommen. Nach einem gelungenen Start kam unser Boot auf Steuerbordbug allerdings irgendwie nicht gut in Fahrt. So fielen wir mit jeder Kreuz weiter zurück, lediglich unter Spi konnten wir wieder aufholen. Die Ursache für unsere Probleme an der Kreuz sollten wir aber erst am vorletzten Tag herausfinden. Mit einem 80. Platz im zweiten Lauf sicherten wir uns am Ende des ersten Tages zunächst den 77. Platz in der Gesamtwertung.

Letzte Handgriffe (Foto: Gesine Schuer)

Der zweite Wettfahrtstag verlief anders als geplant und lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: Warten. Eine Startverschiebung folgte der nächsten, bis man am Nachmittag verkündete: Heute keine Wettfahrt mehr. Die Boote blieben an diesem Tag an Land.

Auch der dritte Tag zeigte sich von der schwachwindigen Seite. Trotzdem schaffte es die Wettfahrtleitung, so gerade eben zwei der eigentlich angesetzten vier Wettfahrten zu starten. Mit deutlich weniger Fehlern als am ersten Tag kamen wir gut durch die Wettfahrten, der Steuerbordbug bereitete uns jedoch nach wie vor Probleme. Nach einem 80. und 82. Platz war es dann soweit: Wir entschieden uns, nicht eher den Feierabend anzutreten als dass wir die Ursache identifiziert hatten. Und tatsächlich: Ein Längenunterschied der Wanten von über 1cm musste der Grund für fehlende Höhe auf dem Steuerbordbug sein. Das Problem wurde behoben und wir freuten darauf, den letzten Wettfahrtstag endlich richtig angreifen zu können. Doch wieder kam es anders.

Der letzte Tag begann gleich 2h früher – man hatte uns Wind versprochen. Auf der Bahn angekommen, reichte der Wind gut, um zu erkennen, dass die Reparaturen vom Vorabend erfolgsversprechend waren. Es konnte also losgehen! Doch der Wind war damit nicht einverstanden und entschied sich, uns zu verlassen. Nach 4 endlosen Stunden des Wartens auf der Bahn wurde auch dieser Tag um 12 Uhr schließlich abgebrochen – ohne eine gesegelte Wettfahrt.

Was bleib also nach 4 Tagen Europameisterschaft? Nun, 4 gesegelte Wettfahrten (Plan: 9), ein ausbaufähiger 80. Platz in der finalen Gesamtwertung und die Erkenntnis, dass das Warten auf Wind doch anstrengender ist, als gedacht. Europameister wurden übrigens die dänischen Brüder Bojsen-Møller, gefolgt von Batchelor/Pascoe (GBR) und Stengel/Feller (GER). Wir jedenfalls freuen uns schon auf die kommenden Regatten und vor allem auf die Weltmeisterschaft in Polen im kommenden Jahr.

Abendstimmung in Warnemünde
Segelnummer: GER 9000 (int505)
Crew: Thorsten Pösch/Malte Fiedler

Ergebnisse

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