Sauna Cup Leipzig 2019

Unsere letzte 505er-Regatta in diesem Jahr führte uns (Julia und Thorsten) nach Leipzig an den Cospudener See. Bereits am Freitag fühlte man sich sehr willkommen. Die eintrudelnden Segler wurden im Clubraum mit einer warmen Mahlzeit empfangen. Es kamen insgesamt 13 505er, 27 Contender und 8 Varianta 18 – nicht wenige davon direkt von dem ausrichtenden Verein. Für die Contender war es außerdem eine Vorschau auf das Revier der Deutschen Meisterschaft im nächsten Jahr. Später am Abend in den Ferienwohnungen direkt am See stellte sich heraus, dass die Mehrheit versuchte, die Vorstellung der anstehenden Wintersegelabstinenz im Alkohol zu ertränken. Es war ein feucht-fröhlicher Abend in sehr lustiger Runde. Der morgendliche Blick über den See direkt vom Frühstückstisch der Wohnung versprach zunächst nur sehr wenig Wind.

Die Tonnen sind deulich größer als erwartet.

Da nur eine sehr kleine Slipbahn zur Verfügung stand, brachten alle ihre Boote vom nahegelegenen Strand ins Wasser. Für die ersten beiden Wettfahrten kamen dann aber doch noch 10-12 Knoten aus Südwest. Es zeigte sich, dass man nach dem Start bis nah ans Ufer segeln musste, um an der Uferlinie den Zieher mitzunehmen. Auf dem Vorwindgang galt es dann, die von achtern kommenden Windfelder zu nutzen. Obwohl viele Boote sich dazu entschieden, platt vor dem Wind zu segeln (übliche Taktik bei wenig Wind), machten wir Plätze gut, indem wir begannen, raumschots zu kreuzen. Dadurch ergatterten wir einen guten 5. Platz.

Video vom Startschiff

Nach der zweiten Wettfahrt ließ der Wind nach. Es zeigte sich, dass uns etwas Übung fehlt, schnell das Boot auf die neuen Bedingungen umzutrimmen. Außerdem hatten wir an diesem Wochenende eine bauchigere Fock als in Berlin. Diese bei wenig Wind richtig zu trimmen, bereitete uns Schwierigkeiten, was sich in den Ergebnissen wiederspiegelte.

Nach zwei 11. Plätzen beendeten wir etwas enttäuscht den Tag auf dem Wasser. Am Strand wurden wir mit Bier und Musik begrüßt und schnell war der Frust vergessen.

Am Abend hatte der Cospudener Yacht Club eine „Burgerstraße“ aufgebaut. Bei einem Bier fachsimpelten wir noch eine Weile. Auch die ersten Pläne für die nächste Saison wurden bereits geschmiedet. Zum krönenden Abschluss gab es im naheliegenden Belantispark ein Feuerwerk.

Über nacht drehte der Wind auf und am Morgen stand noch eine ernst zu nehmende Briese. Der ließ zwar zu den Wettfahren nach, aber dennoch hatten wir zunächst mit starken Böen von bis zu 20 Knoten zu kämpfen. Da zeigte sich dann das Potential der Gleitjolle… von der Gischt getroffen war Julia dankbar für das geliehene Spraytop, auch wenn die Mütze schon nach kurzer Zeit durchnässt und kalt war. Einige 505er-Crews gaben auf und auch viele Contender kenterten vor, während und zwischen den Wettfahrten. Dass die Windbändsel mal wieder wegen des Regens nicht zu gebrauchen waren, störte uns deutlich weniger als noch in Schwerin. Wir kamen trotz mäßiger Starts recht gut zurecht, segelten konsequent die Winddreher aus, suchten die Windfelder und hielten uns frei vom luvseitigen Ufer. Im letzten Rennen entbrannte ein kleiner Kampf um die Plätze auf dem letzten Spigang. Hinter uns luvte 9006 an, bis er ins Gleiten kam. Um unsere Platzierung nicht zu gefährden, hatten wir keine andere Wahl, als uns auf das Match-Race einzulassen. Vor uns war genug Platz und hinter unseren Verfolgern war auch eine große Lücke. So hielten wir uns stets zwischen unserem Verfolger und der Leetonne. Mit der gleitenden und „singenden“ Jolle hatten wir unseren Spaß. Schließlich standen ein 8. und ein toller 4. Platz zu buche; ein Ergebnis, mit dem Julia sehr überrascht wurde, da sie im Eifer des Gefechts den Überblick über die Platzierungen verloren hatte.

Mit einsetzendem Nordwind fielen die Temperaturen wie vorhergesagt stündlich um 1°C. Im Regen und herbstlichen ungemütlichen Bedingungen packten wir noch in Segelkleidung schnell das Boot ein, um der Kälte zuvorzukommen. Willkommen bei den Herbstregatten! Die Siegerehrung und die Verabschiedung von den 505er-Freunden fand bei ungemütlichem Wetter statt. Auf der Heimreise zeigte das Thermometer nur noch 8 Grad. Zeit, das Boot ins Winterlager zu bringen…

Damit beenden wir unsere erste 505er-Segelsaison. Wir blicken zurück auf ein Jahr voller schöner Segelerlebnisse, neuer Freundschaften und vieler gemeinsamer Erfahrungen. Und nicht zuletzt sind wir gespannt, welchen Platz wir in der Rangliste einnehmen werden, momentan sind wir auf der deutschen Rangliste auf Platz 65 von 87. Nun wartet die harte Zeit seglerischer Entbehrung auf. Wir freuen uns schon jetzt darauf, wenn die Temperaturen steigen und wir die ersten Trainingsschläge machen können, in der Hoffnung bis dahin nicht alles verlernt zu haben und auf den gewonnenen Kenntnissen weiter aufbauen zu können. Aber zunächst haben wir noch eine Liste mit Punkten zu Bootspflege und -tuning vor uns.

Der Link zu den Ergebnissen.

Julia und Thorsten

GER-9000

Bilder: Katharina Menge

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