Twinfleet Match Race 2018

Zum Ende der Saison haben einige Regattasegler der Segelgruppe die Gelegenheit genutzt am Nievenheimer See bei einer besonderen Form der Regatta dabei zu sein: ein Asso99 Match Race.

Bei dieser Veranstaltung, die jetzt schon zum dritten Mal vom Twinfleet Sailing Team ausgerichtet wird, (von denen zwei Mal auch ein Team der Segelgruppe dabei war) treten in den Wettfahrten immer nur zwei Boote in direkter Konkurrenz zueinander an. Das war auch für erfahrene Regattasegler eine besondere Herausforderung, stellt es doch die Taktik mit der man sich vom Start zum Ziel bewegt im Vergleich zum Fleetrace komplett auf den Kopf.

Wo sonst der Segeltrimm zur Perfektion getrieben wird, um dem Wind auch das letzte bisschen Vortrieb abzuknüpfen, rückt dies plötzlich ein erhebliches Stück in den Hintergrund. Stattdessen spielt es mit einem Mal eine alles überragende Rolle, zu wirklich jedem Zeitpunkt die Kontrolle über den Gegner zu haben, ihn nach Möglichkeit unter geschickter Nutzung des Wegerechts in benachteiligte Positionen zu drängen oder vielleicht sogar durch Protest zur rechten Zeit, eine wettfahrtentscheidende Strafe aufzudrücken.

Doch nicht nur die Form der Regatta, sondern auch die Boote selbst waren nicht unbedingt das, was der „typische Segelgruppen Regattasegler“ gewohnt ist. Die Asso99 war wenn man dann am Freitag nach der Ankunft zum ersten Mal vor ihr Stand zunächst eins: Groß! Hier lag definitiv mehr am Steg vertäut vor einem als ein Pirat. Nicht umsonst besteht die Crew hier aus 6 Personen, von denen bei gutem Wind ganze 3 auf einmal in das Trapez steigen könnten. Doch das war längst nicht die letzte Besonderheit und so startete das Wochenende für uns damit, sich von den viel Aufmerksamkeit erfordernden Backstagen, über die verstellbaren Trapezgummis, bis zu der um 360° drehbaren Pinne erstmal alles gründlich erklären zu lassen, um dann voller Vorfreude zu einer ersten kleinen Proberunde aufzubrechen.

Dabei wurde eines sofort offensichtlich, nämlich was für eine Bedeutung eine eingespielte Crew bei so etwas hat. Denn bei allem Ehrgeiz, konnten wir diesen Titel vermutlich nicht in Anspruch nehmen. Unsere Gruppe bestand sowohl aus einem erfahrenen Regattapärchen für Jollen, einem nicht weniger regattaerprobtem Steuermann aus dem Dickschiffbereich, aber auch aus zwei frisch gebackenen Scheininhabern, die zum ersten Mal die Wettkampfluft schnupperten, sowie einem sechstem Crewmitglied, das wir vor Ort kennenlernten und der direkt mit in unser Team integriert wurde.

Bei dieser bunten Mischung brauchte es dann doch den ein oder anderen Versuch, bis sich aus einem heillosen Durcheinander die Grundzüge einer Rollwende ergaben, bis man langsam abschätzen konnte wie weit nun das Heck ausschwingt oder wer genau welchen Weg durch das Schiff nimmt um die Seiten zu wechseln. Aber schon an diesem ersten Abend wurde uns auch deutlich, dass unser Team durchaus potential hatte und auch wenn wir natürlich nie mit der maximalen Routiniertheit der Stammcrews von „Tante Berta“ und „Amassone“ mithalten konnten, waren unsere Fortschritte offensichtlich.

Am Samstag sollte nach einem reichen Frühstück dann der Wettkampf mit den Gruppenfahrten der 9 Teams starten. Leider sah der Wind das anders und so warteten alle erstmal, den Baggersee mit auffallend türkis-grünem Wasser fest im Blick, immer auf der Suche nach Anzeichen von einsetzendem Wind auf seiner Oberfläche. Leider blieb das Wasser aber vorerst spiegelglatt, was zwar einen Reiz für das ein oder andere Fotomotiv hatte, aber auch die mit Drohnen ausgestatteten Hobbyfotografen, die sich in den ein oder anderen Crews fanden, hätten wohl lieber Schoten und Fallen hantiert, als an Land mit ihrem fliegenden Spielzeug.

Und so wurde alsbald die Entscheidung getroffen, die Boote ablegen zu lassen und für ein paar erste Wettkampfläufe statt der Segel, die Muskeln der Teams zu verwenden und zu Paddeln.

Nachdem wir hier mit einem knappen Vorsprung einen ersten Sieg erringen konnten, kam dann auch endlich etwas Wind auf und natürlich wurde nicht lange gewartet. Die Segel wurden gesetzt und das für den Tag geplante Programm auf einer verkürzten Strecke absolviert. Bis zum Sonnenuntergang konnten so fast alle geplanten Wettfahrten noch stattfinden.

Wir durften nach einem eher ernüchternden ersten (Segel-)Lauf, indem uns noch vor dem Startschuss zwei Penaltys auferlegt wurden, was für uns zu einer klaren Niederlage führte, auch einen Gewinn verzeichnen. Die bei der kurzen Strecke überaus bedeutsame Starttaktik, konnten wir von Lauf zu Lauf verbessern und so wurden auch die Ergebnisse der Fahrten mal zu mal etwas knapper. Regelmäßig bremsten uns leider trotzdem unsere Manöver aus, die uns bei den Tonnenrundungen oder auch auf der Strecke immer wieder etwas zurückfallen ließen.

So kam es am ersten Abend für uns zu der Zwischenbilanz innerhalb der Gruppe Platz 3 (von 4) erreicht zu haben. Es wurde gemeinsam zu Abend gegessen und anschließend noch mit den meisten etwas gefeiert, bevor alle in ihre meist warmen Betten fielen.

Auch der Sonntag lieferte den Wind nicht gerade im Überschuss, weshalb die Wettkampfstrecke noch einmal etwas verschoben werden musste. Aber zur Freude aller Beteiligter konnten die Paddel an diesem Tag unter Deck bleiben und von vorn herein gesegelt werden. Nachdem die letzten Rennen der Gruppenphase absolviert wurden, starteten die K.O.-Runden. Unser Race verloren wir leider, weshalb wir an diesem Punkt ausschieden.

Aufgrund der vom Steg aus etwas außer Sich liegenden Strecke, erfreuten sich für das Finale die Drohnen zunehmender Beliebtheit, da auf den Aufnahmen aus luftiger Höhe das Renngeschehen perfekt verfolgt werden konnte. Nach einem spannenden Finale, indem es sogar zu einem (glückicherweise folgenlosem) kurzen Kontakt zwischen den Booten kam, stand auch der Sieger fest. Das Heizkörper Sailing Team.

Bis zur Siegerehrung waren auch schon die Zeltplätze geräumt, sodass sich das Gelände des Segelvereins langsam lehrte, bis auch wir uns auf den Heimweg machten.

Auch wenn der seglerische Erfolg sicherlich noch Luft nach oben hat, war es für uns ein grandioses Wochenende. Dem Projekt Twinfleet Sailing, das die Regatta nicht nur organisiert und ausgerichtet, sondern auch noch ihre fantastischen Boote an die Teilnehmer verliehen hat, können wir nur großes Lob und Dank aussprechen. Dies war eine wirklich gelungene Veranstaltung und wir hoffen auch nächstes Mal wieder dabei zu sein.

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